Hallo, ich bin Linda !

Schon ziemlich lange bin ich beim RTH. Genauer gesagt - seit 19. September 2005. An dem Tag wurde ich zusammen mit meinen vier Babies und meiner besten Freundin Careta von unseren Besitzern verstossen und zu Michaela gebracht.

Wir hatten beide furchtbar Angst - Careta war aber trotzdem die Mutigere von uns und ließ sich von Michaela und Karin viel früher anfassen als ich. Ich hab nicht geknurrt und natürlich erst recht nicht gebissen - aber ich rannte immer so schnell weg, dass mich niemand einfangen konnte.
Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mir diese Zweibeiner nichts tun, und deshalb war ich gerne in ihrer Nähe. Wenn Karin sich zu uns in den Zwinger auf den Boden gesetzt hat - oder auch draußen im Freilauf - bin ich immer von hinten zu ihr hin und hab mich dann ganz eng an sie gedrückt. Dann hat sie mich immer gestreichelt und mit mir geschmust. Das war schön!

Und trotzdem muß ich noch heute weglaufen, wenn sie einfach so auf mich zugeht.

Seit September 2006 bin ich bei Karin im Haus. Da darf ich bei ihr im Bett schlafen, und beim Gassigehen laufe ich ohne Leine mit. Sie weiß, dass ich gerne bei ihr bin und nicht weg laufe. Und da kann mir auch nichts passieren, weil weit und breit keine Straße ist und mir auch sonst keine Gefahr droht. Immer, wenn sie mich ruft oder pfeift (obwohl man das eigentlich fast nicht hören kann - sie sollte wirklich endlich mal pfeifen lernen), komme ich wie ein Tornado auf sie zugestürzt und hole mir mein Leckerle ab, das sie mir dann meist gibt.
Aber auch heute ist es noch so, dass ich vor ihr weg laufe, wenn sie auf mich zugeht. Auch, wenn Essenszeit ist, haue ich erst mal ab. Karin muß den Futternapf hinstellen und dann ein paar Schritte zurück gehen. Genauso ist es, wenn sie mir ein Leckerle geben möchte. Sobald sie auf mich zugeht, laufe ich weg. Wenn sie aber ruhig da steht und die anderen meiner Kollegen alle um sie herum sitzen, komme ich auch und möchte natürlich auch eines abkriegen.

Ich weiß selber nicht so recht, warum ich solch große Angst habe, wenn ein Zweibeiner direkt auf mich zugeht - wenn er ruhig sitzen oder stehen bleibt, hab ich doch auch keine Angst, zu ihm hinzugehen????

Karin sagt, dass das aber bestimmt mit ein Grund ist, warum ich noch keine eigene Familie gefunden habe.
Einige Menschen wollten mich zwar schon mal adoptieren, weil ich so süß klein und hübsch bin, aber wenn Karin ihnen dann von meinen "Macken" erzählt hat, wollten sie doch lieber einen meiner Kollegen, der nicht so "kompliziert" ist....

Ich hatte (und habe) nämlich noch etwas, was die Menschen nicht so gerne mögen. Vorab gesagt: Ich bin zwar stubenrein, aber ich kann es einfach absolut nicht leiden, wenn Karin mich ignoriert! Es sind immer die gleichen Situationen: Wenn Karin abends von der Arbeit nach Hause kommt, freuen wir uns natürlich alle immer riesig auf sie. Alle stürzen wir gleichzeitig auf sie zu, möchten gestreichelt und geknutscht werden. Da bleibt auch für mich erst einmal nur Zeit für ein kurzes "Tätscheln". Das stinkt mir aber - und dagegen muß ich vehement protestieren!
Am deutlichsten kann ich ihr das zeigen, wenn ich dann in ihr Bett ka.. oder pi... Okay - mit der Zeit hat sie das geschnallt und immer gleich die Schlafzimmertür zugemacht. Aber was soll's - es gibt im Wohnzimmer ja auch eine Couch oder einen Sessel - und das ist genauso wirkungsvoll!
Und die zweite Situation ist die, wenn sie z.B. vorm Zubettgehen ins Bad geht und die Türe schließt. Auch hier muß ich entschieden zeigen, dass ich damit nicht einverstanden bin! Wenn sie zuhause ist, darf sie mich einfach nicht ausschließen - egal wie und wo!
Reicht ja schon, dass sie morgens zur Arbeit geht und erst abends wiederkommt. Aber das verstehe ich - und da gehe ich natürlich auch raus, wenn ich mal muß . . .

Eine Zeitlang habe ich dann mal damit aufgehört. Da war alles alles prima, und Karin war natürlich furchtbar froh darüber. Aber wenn dann wieder neue Kollegen kommen oder Karin längere Zeit mal nicht da ist, fängt das immer wieder von vorne an. Es könnte also schon sein, dass ich anfangs bei neuen Menschen und in neuer Umgebung auch erst einmal "protestieren" müßte, meint Karin.

So, jetzt habe ich eigentlich ziemlich viel von mir erzählt. Ach ja, noch etwas:

Mit anderen Vierbeinern vertrage ich mich recht gut. Bisher bin ich noch mit allen recht gut ausgekommen. Auch mit Katzen kenne ich mich aus (obwohl ich die aber ganz gern jage - besonders, wenn noch andere Kollegen mitmachen).

Karin sagt immer, sie weiß selber nicht so richtig, ob es für mich besser wäre, in eine Familie zu kommen, wo ich die einzige Fellnase wäre oder ob ich lieber einen Kollegen haben sollte, an dem ich mich orientieren könnte. Aber auf jeden Fall bräuchte ich Jemanden, der mich 100 %ig und absolut liebt und auch mit meinen "Macken" umgehen könnte.

Wenn es wirklich so jemanden geben sollte - das wäre wunderbar! Auch wenn ich äußerlich ziemlich klein wirke - ich habe ein riesengroßes Herz, das voll gefüllt ist mit viel, viel Liebe. Gerne würde ich es meinem lieben Menschen schenken!

Liebe Grüße - Eure Linda