Hallo, ich bin Suri !

Der 23. April 2006 war's, an dem sich mein Leben zum Guten wendete.
An diesem Tag nämlich fand mich Esther, eine Freundin von Michaela vom RTH. Sie wollte mich einfangen - aber denkste! Ich bin doch nicht blöd - von den Zweibeinern geht nie was Gutes aus, dachte ich mir und wehrte mich, was das Zeug hielt.
Esther rief daraufhin Michaela an, die sofort kam. Komisch, die hatte keine Angst vor meinen Zähnen und redete ganz ruhig auf mich ein. Als ich ihrer lieben Stimme lauschte und somit nicht richtig aufgepasst habe, hat sie mich gepackt und ins Auto gesetzt.

Ich verstand zwar nicht, was die dann im Auto gesagt haben, aber es hörte sich so an wie "die kann man doch zu keinem anderen in einen Zwinger setzen" und "die bringen wir jetzt mal zu Karin ins Haus".
Ich versteh gar nicht warum, aber ganz entsetzt waren sie darüber, wie ich ausgesehen habe! Gut, ich hatte entzündete Augen - eines stand ziemlich weit nach vorne - und dann bestand mein Fell eigentlich nur aus einem Büschel Haare auf dem Kopf und einer "Halskrause". Der Rest ist mir wegen der vielen Flöhe und Zecken nach und nach ausgegangen.

Ob ich jemals ein Zuhause hatte, weiß ich nicht. Ich glaube nicht. Aber ist ja auch egal.
Nun war ich also bei Karin im Haus.
Die ersten Tage wohnte ich dort nur in der Garage. Da bekam ich leckeres Essen und Trinken und hatte ansonsten meine Ruhe.

Irgendwann aber war ich dann doch neugierig, wo Karin und die anderen Vierbeiner immer hin verschwanden. Also tastete ich mich immer weiter vor. Das erstemal bin ich ganz schön erschrocken, als ich um die Ecke lugte und alle saßen im Wohnzimmer. Irgendwann traute ich mich dann doch ein paar Schritte dort hinein.
Karin hat dort überall weiche Bettchen für die Hundenasen bereit gestellt, und in eines, das am nächsten am Ausgang war, legte ich mich dann einfach mal rein.

Naja, was soll ich Ihnen sagen - mir gefiel es da recht gut, und ich fand es immer sehr schön, wenn Karin da war. Sie hat mir auch so prima Vitamin-Kapseln gegeben und meine Augenentzündung mit irgendwelchen Tropfen behandelt. Deshalb bin ich ihr dann auch mal entgegen gelaufen und hab ihr gezeigt, dass ich mich darüber freue, wenn sie heim kommt.

Immer Abends, bevor Karin ins Bett geht, gibt sie an uns Vierbeiner "eine Runde Leckerles" aus, wie sie immer sagt. Da hab ich mich dann einfach mal mit in die Reihe gestellt und hab dann auch welche gekriegt. Mann, waren die lecker. Ab sofort war ich da natürlich immer mit von der Partie . . .

Was ich aber empörend finde, ist Karins Umgang! Da kommt immer wieder mal der Tierarzt. Und der lacht jedesmal über mich. Er sagt immer, dass er gar nicht glauben kann, wie ich mich verändert hätte (was ja noch okay wäre), aber er betont aber auch jedesmal, WIE uralt ich schon sei!!!!!
Dabei hat er doch wirklich nicht die geringste Ahnung! Keiner von den anderen jungen Tölen hier im Haus kann einen gefüllten großen Mülleimer so gekonnt durch die ganze Wohnung zerren wie ich! Am besten in Form bin ich immer Nachts, wenn alle anderen schlafen.

Naja, wie auch immer - die Zweibeiner sagen jedenfalls, dass sie mich gar nicht erst für eine Vermittlung vorschlagen. Ich sei schon zu alt und "potthäßlich" (wenn Karin das sagt, verzeihe ich ihr - ich weiß ja, dass sie das liebevoll meint - andere dürften sowas nie und nimmer sagen!!!).
Ich finde das aber auch gar nicht so schlimm, dass ich nicht mehr woanders leben brauche. So gut wie bei Karin ist es mir noch nie gegangen.
Wenn sie im Wohnzimmer auf der Couch sitzt, wackle ich so schnell ich kann hin zu ihr. Dann hebt sie mich hoch und ich darf neben ihr liegen. Wow ist das toll, wenn ich mich dann auf den Rücken lege und sie mir den Bauch krault.

Neulich hat sie wieder Fotos von mir gemacht. Sie hat mich wie fast jeden Tag gekämmt und meine Haare auf dem Kopf "ganz besonders gestylt", wie sie gesagt hat.

Ich finde, ich sehe damit viiiieeeel jünger aus, finden Sie nicht auch?

Trotzdem werde ich wohl für immer hier auf Gran Canaria bleiben - "alte Bäume soll man nicht verpflanzen", heißt es doch in Menschenkreisen.

Aber furchtbar gerne hätte ich eine Patentante oder einen Patenonkel. Schon viel habe ich davon gehört, und ich fände es ganz toll, wenn es in Deutschland einen Zweibeiner geben würde, an den ich denken könnte und von dem ich wüßte, dass der mich lieb hat.
Und für Karin und Michaela wäre es gut, wenn sie durch meinen Patenschaftsbeitrag ein bißchen Zuschuß für Futter und Tierarztkosten bekämen.

Wollen Sie vielleicht mein Pate oder meine Patin sein?

Ganz liebe, feuchte,zärtliche und glückliche Schlappis von Ihrer Suri