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12 Tage Angst um Jacomo

06.05.2015

Jacomo ist zwar der kleinste, aber mit 13 Jahren bei Karin auch der "Dienstälteste" in deren Hausrudel. Seine ganz spezielle Besonderheit war, dass er auf Kommando lachen konnte. Aber vor drei Wochen verging sowohl ihm als auch uns das Lachen gründlich.

Jacomo 13.01.2007Jacomo 27.07.2013

Eigentlich fing es ganz harmlos an. Beim gemeinsamen Gassigehen war Jacomo langsamer als sonst, sein Futter danach rührte er kaum an, und in der darauffolgenden Nacht erbrach er das wenige, das er gefressen hatte. Vorsichtshalber fuhr Karin aber am nächsten Morgen mit ihm in die Klinik. Dort wollte die Tierärztin ihm Blut abnehmen, jedoch fand sie keine Vene, die sie hätte "anzapfen" können. Jacomo schrie dabei wie ein kleines Kind - so hatten wir ihn noch nie erlebt. Mit weit aufgerissenen Augen, aus denen die pure Verzweiflung sprach, sah er Karin an, als sie ihn in der Klinik lassen mußte.

Nachmittags konnten wir ihn wieder abholen. Die Blutwerte waren in Ordnung, und bis auf einen entzündeten Magen konnte nichts bei ihm festgestellt werden. Aber Jacomo wollte absolut nichts fressen, und beim Gehen schwankte er immer wieder und kippte sogar um. Also am nächsten Morgen wieder in die Klinik, um die Ursache des torkelnden Ganges herauszufinden. Dort aber lief Jacomo völlig normal, so dass wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause fuhren.

Daheim aber wurde das Torkeln immer schlimmer. Jacomo konnte sich kaum mehr auf den Beinen halten, ohne umzukippen. An die Wand oder an Möbeln lehnte er sich an, wobei dann aber seine Beine wegrutschten. Es war furchtbar, ihn so sehen zu müssen und nicht helfen zu können. Fressen wollte er auch absolut gar nichts, so dass wir ihm alle 2 - 3 Stunden einen Energy-Drink einflößten, um Unterzucker zu verhindern. Auch machten wir Videoaufnahmen, die wir den Ärzten zeigten. Für uns sah es so aus, als hätte Jacomo einen Schlaganfall erlitten. Internetrecherchen ergaben, dass Hunde aber nur ganz selten einen Schlaganfall bekämen - bei älteren und alten Hunden käme aber relativ häufig das "Vestibular-Syndrom" vor, dessen Symptome ähnlich denen eines Schlaganfalls wären. Wir schöpften wieder Hoffnung, da es dabei auch hieß, dass sich dies wieder von alleine geben würde. Nach 4 - 10 Tagen sollte eine deutliche Besserung auftreten, und danach wäre der ganze Spuk wieder vorbei.

Diese Hoffnung schwand jedoch mit jedem Tag, da bei Jacomo keineswegs eine Besserung in Sicht war - ganz im Gegenteil. Nach 11 Tagen kam eine besonders schlimme Nacht, in der Jacomo überhaupt nicht mehr zur Ruhe kam, sich in Karins Bett ständig nur im Kreis drehte, dabei immer wieder umfiel und Karin - wie um Hilfe bettelnd - aus seinen übergroßen Augen verzweifelt ansah. Am nächsten Morgen rief Michaela Heriberto, den Tierarzt an. Wir wollten Jacomo nicht länger leiden lassen und sahen keine Hoffnung mehr auf Besserung. Heriberto sollte abends kommen ... Trotzdem gab Michaela ihm mittags noch einmal eine Cortison-Spritze.

Als hätte der kleine Mann gespürt, dass dies nun seine allerletzte Chance war, besserte sich sein Zustand im Laufe des Nachmittags, und er fraß auch das Fleisch der kleinen Hühnerkeule, die Karin ihm wieder angeboten hat. Wir sagten den Termin mit Heriberto ab ...

Heribertos und Michaelas Befürchtung, dass diese Besserung nur ein "Schub" aufgrund der Spritze sein könnte, bestätigten sich Gottseidank nicht. Jacomo erholte sich dann enorm schnell, und jetzt - eine Woche später - deutet nichts mehr auf diese schrecklichen 12 Tage hin. Jacomo ist dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen. Wir sind unendlich froh darüber!


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